Der Weg zum Bildungsurlaub – Die ersten Schritte!

Hi meine Lieben, 

wusstet ihr, dass ihr gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub habt? Das heißt 5 Tage mehr Urlaub im Jahr!

Vielen Arbeitnehmern ist gar nicht bewusst, dass sie jährlichen Anspruch auf Bildungsurlaub haben. Das ist gesetzlich geregelt und sollte auch genutzt werden! Ich wusste bis zu diesem Jahr nicht, dass es ein Bildungsurlaubsgesetz gibt! Als ich davon erfahren habe, musste ich die Chance auch direkt ergreifen. Tatsächlich wäre ich sehr froh gewesen, solch einen Beitrag vorher gelesen zu haben. Meine Recherche und Auswahl dauerte mehrere Tage, da ich keine Info zur Vorgehensweise gefunden hatte. Dabei wäre es viel schneller gewesen, hätte ich vorher gewusst, um was ich mir zuerst Gedanken machen und wie ich vorgehen sollte. Daher hoffe ich, dass dieser Beitrag denen hilft, die vor haben Bildungsurlaub zu beantragen.

Auf meiner Suche nach Angeboten zum Thema Bildungsurlaub, wurde ich direkt von der Vielzahl an Angeboten im Netz übermannt. Dabei übernehmen einige Organisationen die Koordination und Buchung der Kurse, während andere zusätzlich noch Service vor Ort anbieten. Ich nenne euch die verschiedenen Anbieter und wie meine Entscheidung letztendlich ausgefallen ist.

Folgende Fragen solltest man vor seiner Recherche beantworten können:

  • Was will ich lernen?
  • In welches Land will ich dafür gehen?
  • Wie sind die Bildungsurlaubsgesetze in meinem Bundesland? Dieser Aspekt ist sehr wichtig für die Kursfindung, denn nicht jeder Sprachkurs wird auch im Bundesland des Arbeitgebers anerkannt. In meinem Fall standen mir pro Jahr 5 Tage bezahlter Urlaub on top zu, wenn ich dafür 30 Zeitstunden Unterricht die Woche nachweisen kann.
  • Kann ich vom letzten Jahr nochmal 5 Tage mehr in Anspruch nehmen?
  • Wie sind die Einreisebestimmungen in dem Land, in das ich möchte? Brauche ich ein Visum?
  • Wie hoch ist mein Budget?

Meine Intention für einen Bildungsurlaub war es, eine Sprachschule zu besuchen, um meine Englischkenntnisse weiter auszubauen. Ich würde nicht sagen, dass mein Englisch schlecht ist (B2-C1) aber ich denke man kann sich im Leben immer weiterentwickeln. Muss man sich im Job oft auf Englisch unterhalten, dann sollte man auch reibungslos die Sprache beherrschen, denn es gibt nichts Schlimmeres als Englisch zu sprechen, dabei aber Deutsch zu klingen. Da mir „nur“ 2 Wochen für einen Bildungsurlaub zur Verfügung stehen, musste ich an einen Ort, an dem auch Englisch gesprochen wird. Meine jetzige Englisch-Lehrerin sagte, dass ich eine Tendenz zum amerikanischen Akzent habe und das ausbauen sollte. Mit dieser Aussage fiel dann England weg. Blieben noch Amerika oder Kanada übrig und da Kanada zu meinen Traumreisezielen gehört (wie im Post zuvor beschrieben), fiel mir die Entscheidung auch nicht schwer. Es soll also nach Kanada gehen. Zu meinem Glück sind hier die Einreisebestimmungen auch nicht so kompliziert.

Die Recherche

Nun da fest stand, was ich lernen will, wie lange ich weg kann und wohin es gehen soll, konnte ich die Recherche nach Organisationen starten. Ich habe schnell gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist einen Kurs mit 30 Stunden die Woche zu finden, denn das ist schließlich die Vorgabe im hessischen Bildungsurlaubsgesetz. Die meisten Kurse haben 30 x 45 Min oder, wenn man Glück hat, 30 x 55min. Meine erste Vermutung war, dass es keine Ausnahmen gibt und ich einen Kurs finden muss, der auch 30 x 60 Min. vorweisen kann. Schließlich muss das Land Hessen den Bildungsurlaub anerkennen, damit der Arbeitgeber auch Bildungsurlaub gewähren kann. Das bedeutet: Sobald es für den Kurs eine Anerkennung für das hessische Land gibt, gibt es auch keine Probleme. Bietet der Kurs also z.B. 30 x 45 Min. gilt es bei der Sprachschule nachzufragen, ob für diesen Kurs eine Anerkennung in Hessen vorliegt. Ich habe herausgefunden, dass es für sehr viele Kurse mit weniger Zeitstunden schon Anerkennungen gemäß des Hessischen Bildungsurlaubsgesetzes vorliegen. In manchen Fällen steht auch direkt auf den Sprachschulseiten in welchen Bundesländern der jeweilige Kurs als Bildungsurlaub anerkannt ist. Meine Empfehlung wäre jedoch, bei der Sprachschule direkt die Bescheinigung anzufordern, da die Genehmigungen oft nur paar Jahre gültig sind und vielleicht bald ablaufen.

Generell gibt es 3 Möglichkeiten bei der Suche vorzugehen:

  • Suche auf einem Portal (hier)
  • Suche auf der Organisationsseite → Eine Art Agentur, die einen Pool an Sprachschulen besitzt und daraus Kurse zu eigenen Preisen anbietet . Sie übernehmen auch jegliche Koordination und Organisation zwischen dir und der Sprachschule. Zudem bieten sie eine Betreuung während der Zeit (s.u.)
  • Suche direkt auf der Sprachschulseite (s.u.)

Davon auf einem Portal zu suchen, rate ich eher ab. Hier fehlt meistens die Präzision bei der Filterung und die Angaben sind nicht auf dem neusten Stand. Es ist also alles etwas wage und unklar auf Portalen. Meine Empfehlung wäre es auf Organisationsseiten (siehe unten) erst einmal nach dem Kurs zu suchen, den man belegen möchte. Oft fallen viele Organisationen schon aus dem Rennen, weil sie keine Kurse in dem Land anbieten, in das du möchtest. Sucht ihr direkt auf den Sprachschulseiten, dann dauert es um einiges länger, da ihr alle Sprachschulen in dem Land, in das ihr wollt, abklappern müsstet.

Hat man auf der Organisationsseite einen passenden Kurs gefunden, wird meistens auch die Sprachschule genannt, die diesen Kurs anbietet. Nun habt ihr die Möglichkeit Preise zu vergleichen. Ihr sucht also auf der Sprachschulseite denselben Kurs und vergleicht die Preise und Konditionen. Ich habe bei den Vergleichen gemerkt, dass die Organisationen oft günstigere Preise anbieten und auch mehr Service beinhalten. Ein Beispiel: Die Sprachschulseite bietet den Kurs für 600€ an, hier sind dann die Kursgebühren enthalten und die Unterkunft, falls erwünscht. Die Organisationsseite bietet ihn für 500€ an und inkludiert auch die Lehrmaterialien sowie die Anmeldegebühr, was die Sprachschulseite nicht mit im Preis inbegriffen hatte. Das ist natürlich nicht in jedem Fall so, aber es lohnt sich definitiv die Preise zu vergleichen.

Meine Wahl zum Beispiel fiel auf die Organisation „Dialog“ statt auf die Sprachschule. Mir war es aber auch wichtig, während der Zeit dort, eine deutschsprachige Betreuung zu genießen.

Natürlich solltet ihr auch immer Erfahrungsberichte im Netz zu den Sprachschulen und Organisationen lesen. Am besten macht ihr das nicht auf den Homepages der Schulen sondern auf unabhängigen Seiten oder Foren, in denen über die Schule gesprochen wird. So erhaltet ihr einen authentischen Einblick.

Die wichtigsten Aspekte, die ihr während der Suche beachten solltet

Es reicht leider nicht immer einfach nach z.B. „Englisch Kurs Kanada“ zu googeln. Während der Suche, solltet ihr auf einige Punkte achten, damit auch keine bösen Überraschungen auf euch zukommen. Ich kenne das zu gut, man sucht voller Euphorie nach einem Kurs und schaut eigentlich gar nicht detailliert nach. Eigentlich freut man sich überhaupt einen zu den Bildungsurlaubsgesetzen passenden Kurs gefunden zu haben, aber das ist leider nicht alles. Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die den ganzen Aufenthalt beeinflussen könnten. Also achtet bei eurer Suche auch auf:

  • Kursinhalt – Vielleicht steht auf der Homepage „Business Englisch Kurs“ aber die Businessrichtung passt nicht zu eurem Job oder ist nicht das, was ihr lernen wollt. Oder ihr wollt einen Business Kurs machen, findet aber nur einen „Intensiv Englisch Kurs“ und sortiert es direkt aus, obwohl in der Beschreibung vielleicht „optional auch Business Kurse am Nachmittag“ stand → Das war tatsächlich bei mir der Fall. Ich hatte nicht gründlich genug nachgeschaut und den Kurs erst direkt abgetan. Lasst euch also nicht immer vom Titel des Kurses beeinflussen, sondern schaut immer in die Beschreibung.
  • Ort der Sprachschule – Es wäre doch super schade, wenn ihr einen tollen Kurs gefunden habt, die Sprachschule aber irgendwo ab vom Schuss im Industriegebiet liegt. Das ist natürlich etwas übertrieben, aber wenn ihr Pech habt verbringt ihr viel Zeit am Tag auf dem Weg zur Schule und zurück. Dadurch hättet ihr auch weniger Zeit für andere Freizeitaktivitäten. Schließlich seid ihr in einem anderen Land und wollt auch die Umgebung erkunden und vielleicht auch Ausflüge machen. Also, je näher die Schule am Zentrum ist oder je besser sie an öffentliche Verkehrsmittel angebunden ist, desto besser.
  • Ausstattung der Sprachschule – Um euch in der Sprachschule wohl zu fühlen, ist es wichtig, dass die Ausstattung auch euren Erwartungen entspricht. Einige Schulen haben Gemeinschaftsräume, Kantinen und Laptops etc. , während andere nur mit Stühlen und Tischen dienen können. Ihr solltet also eure immer nachschauen, ob die Ausstattung sich auch mit euren Standards oder Erwartungen deckt.
  • Übernachtung – Die Sprachschulen und auch die Organisationen bieten auch Übernachtungen an. Einige bieten nur Übernachtungen bei Gastfamilien an, während andere auch Übernachtungen in privaten Residenzen anbieten. Es wäre also empfehlenswert vorher zu überlegen, was einem lieber ist, dementsprechend kann dann die Schule auch ausgesucht werden. Natürlich kann man sich auch für den Kurs ohne Übernachtung entscheiden und selbst auf die Suche nach einer Unterkunft gehen.

 

Sprachschulen und Organisationen

Die 3 meiner Meinung nach besten Sprachschulen, aufgrund meiner Recherchen:

  • ESL Language School (hier)

Natürlich gibt es auch viel mehr Sprachschulen aber diese drei tauchten in während meiner Suche am meisten auf und boten auch die meisten Kurse auf der ganzen Welt.

Die vertrauenswürdigsten und besten Organisationen, aufgrund meiner Recherchen:

  • EF Sprachreisen → Vor meiner Recherche hatte ich bereits viel Positives über diese Organisation gehört. Leider haben sie keinen passenden Kurs in Kanada geboten. (hier)
  • Dialog Sprachreisen -> meine Auswahl, da am günstigsten für meine Ansprüche gewesen (hier)
  • Sprachdirekt (hier)
  • GLS Sprachzentrum -> sehr nette Beratung (hier)

 

Die Buchung & Beantragung

Habt ihr die Sprachschule gefunden, die zu euren Ansprüchen passen inkl. Genehmigung der Anerkennung in eurem Bundesland, kann es an die Buchung gehen. Bevor ihr den Kurs bucht, würde ich eine kleine Übersicht der Schule und des Kurses beim Arbeitgeber vorzeigen. Dieser könnte schließlich noch Einwände haben. Ist euer Arbeitgeber mit dem Kurs einverstanden, könnt ihr den Kurs buchen. Nun müsst ihr nur noch dieses Formular (Antrags-Formular) ausfüllen und mit den Buchungsunterlagen beim Arbeitgeber abgeben. Genehmigt euer Arbeitgeber euren Bildungsurlaub, steht dem Abenteuer nichts mehr im Wege! Die Aufregung kann starten!

In  jedem Fall solltet ihr als Arbeitnehmer die Möglichkeit nutzen und durch einen Bildungsurlaub 5 bezahlte Urlaubstage mehr im Jahr in Anspruch nehmen. Diese Chance solltet ihr euch nicht nehmen lassen, solange ihr denn auch die finanzielle Möglichkeit habt. Bildungsurlaub kann man in vielen verschiedenen Bereichen machen, nicht nur als Sprachreise. Wichtig ist, dass es zu eurem Job passt oder etwas mit Engagement zu tun hat. Ihr solltet also euren Bildungsurlaub vor eurem Arbeitgeber Rechtfertigen können, damit dieser ihn auch freigibt.

Ich freue mich schon sehr auf Kanada und meinen Kurs dort. Ungefähr 24 Tage werde ich dort verbringen und vor dem Kurs noch Westkanada bereisen. Dabei werde ich euch natürlich mitnehmen!

WUSSTEST DU, DASS DIR REIN RECHTLICH BILDUNGSURLAUB ZUSTEHT? ODER HAST DU VIELLEICHT SOGAR SCHON BILDUNGSURLAUB GENOMMEN?

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue  Jahr!

 Love, Damla

Folgt mir auch auf Instagram für Bilder in der Zeit 🙂

4 Gedanken zu „Der Weg zum Bildungsurlaub – Die ersten Schritte!

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